Antrag: Wiederstellung von Freizeitanlagen für Jugendliche, hier Skaterpark in Rheinnähe und Mountainbikeanlage im Wäldchen in Speyer-Nord

von | Apr 11, 2014 | Aktuelles, Kinder, Jugend, Familie, Speyer-Nord | 0 Kommentare

An den Oberbürgermeister
Herrn Eger
als Vorsitzender des Stadtrates von Speyer
67346 Speyer

28. März 2014

Antrag:
Wiederstellung von Freizeitanlagen für Jugendliche, hier Skaterpark in Rheinnähe und Mountainbikeanlage im Wäldchen in Speyer-Nord

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

I. zunächst der notwendige Deckungsvorschlag, eine Einsparung in Höhe von 299.000 Euro:

Wir haben Bürgergespräche in der Innenstadt geführt. Dabei hat sich eine ältere, gehbehinderte Dame, die dort wohnt und sich nur noch mit Rollator bewegen kann, beklagt, dass sie wegen der Erschütterungen durch den rauhen Granitbelag auf der Hauptstraße Entzündungen in den Handgelenken hätte. Auch weitere Nutzerinnen von Rollatoren haben von Schmerzen in den Handgelenken berichtet.

Nun ist es schon nicht schön, wenn man sich nur noch mit dem Rollator bewegen kann, weil die Knochen und der ganze Bewegungsapparat schwer angeschlagen ist. Wenn dann aber auch noch die Handgelenke weh tun, weil im eigenen Umfeld der Straßenbelag sehr rauh ist, dann ist das bitter und vor allem unnötig.

1. Deshalb beantragen wir, das östliche Drittel der Johannesstraße nicht wie vorgesehen mit dem Hauptstraßen-Granit zu pflastern. Ein geräuscharmer Asphalt für die Fahrbahn und passend gefärbte glatte Betonsteine für die neu anzulegenden schönen Gehsteige sollten genügen. Das würde gemäß dem von Ihnen vorgelegten Zahlen 100 Euro je Quadratmeter bei 2.990 qm also 299.000 Euro einsparen. Die kürzere Bauausführung (Asphaltieren statt Pflastern) würde auch weniger Geschäfte und Lokale dort ruinieren, was zusätzlich die Steuereinnahmen erhält.

2. Sollte sich für diese Einsparung keine Mehrheit finden, beantragen wir wenigstens das sehr schön mit Kleinpflaster gestaltete Geschirrplätzel nicht zu zerstören, um es dann mit Hauptstraßengranit zu pflastern. Dort können auf jeden Quadratmeter nicht nur 100 Euro, sondern die vollen 260 Euro gespart werden. Denn dort ist jede Maßnahme komplette Verschwendung.

3. Das eingesparte Geld soll teilweise für die Umsetzung von Instandsetzungen und Verbesserungen umgewidmet werden, die wir in dieser Stadtratssitzung gestellt haben.

4. Sollte der Stadtrat keinem der beiden Einsparvorschläge folgen, beantragen wir die Umwidmung der Mittel, die für die Renovierung des auf unseren Vorschlags verkauften Komplexes Ludwigstraße im Haushalt eingeplant waren.

II. Skaterpark

Die lobenswerte Anfrage der Grünen in der letzten Stadtratssitzung hat uns auf die Situation aufmerksam gemacht, dass der Skaterpark mangels Reparaturen nicht mehr nutzbar ist. Wir haben daraufhin unsere Vertrauensleute in der Altstadt angesprochen und erfahren, dass es wohl 50-70 Jugendliche allein aus der engeren Altstadt sind, die ständig den Park genutzt haben, wenn auch nicht alle gleichzeitig. Anders als von einem Mitglied des Stadtvorstandes in der Sitzung vermutet sind die Jugendlichen nicht auf den Domplatz ausgewichen, weil es dort Publikum gäbe. Das Interesse an der Bewunderung durch ältere Touristen sei eher gering, die fahrerischen Möglichkeiten armselig. Wäre der Park wieder funktionsfähig, könne man wieder richtig üben, Sport machen und Spaß haben.

Von einem jungen Mann wurde uns berichtet, dass damals 30 dieser Jugendlichen Frau Bürgermeisterin Monika Kabs aufgesucht hätten und um Wiederstellung des Parks gebeten hätten, die ihnen auch versprochen worden sei. Wir haben ein beachtliches Maß an Enttäuschung und Wut über den unveränderten Zustand vorgefunden.

Ein Bürger berichtete uns, er habe städtische Mitarbeiter auf zwei kaputte Bänke in dem Bereich angesprochen. Da sei ihm gesagt worden, die Stadt habe für solche Reparaturen nur 15.000 Euro und dafür würden 9.000 für den Skaterpark gebraucht.

4. Wir lassen das dahinstehen und beantragen, gleich ob es 9.000 oder 40.000 Euro kostet, den Skaterpark sofort reparieren zu lassen.

Anmerkung: Vernachlässigung und Wortbrüche sind wir in Speyer-Nord gewohnt, bedenklich wenn sich das nun auch in die Innenstadt ausdehnt. Also Geschirrplätzel in Ruhe lassen, Skaterpark reparieren.

III. Neben unserem Protest gegen zerstörerischen Abholzungen im südlichen und westlichen Wäldchen in Speyer-Nord und im Lärmschutzwald haben wir zähneknirschend einen Kahlschlag mitgetragen, nämlich die Nordostecke im Wäldchen für den anfangs sehr guten Mountainbike-Parcour. Es ist bzw. wäre nicht gut wenn Jugendliche und junge Erwachsene nur noch vor dem Computer hocken oder herumhängen. Nicht bewusstseinsverändernde oder betäubende Substanzen, sondern Sport sollte und kann für Erlebnis, Herausforderung und Abenteuer sorgen.

Nun haben wir erfahren, dass der Mountainbike-Parcour nicht mehr nutzbar ist. Die aufgeschütteten Hügel und Hindernisse sind zu sehr zusammengesunken. Die jüngeren Erwachsenen fahren nach Worms (!), die Jugendlichen schauen wie die Skater in Röhre.

Da für eine anspruchsvolle Bahn Tonnen von Sand bewegt werden müssen, ist Selbsthilfe nicht möglich. Erforderlich wären zwei Baggertage und die Zusammenarbeit mit den Kennern, die wissen wie sie ihre Hindernisse brauchen. Diese sind der Verwaltung bekannt.

5. Wir beantragen den Mountainbike-Parkour im Wäldchen in Speyer-Nord, wie beschrieben wiederherzustellen.

Wir bitten alle Ratsmitglieder zu bedenken, dass eine Jugend endlich ist, z.B. Lösungen die vor zwei Jahren versprochen wurden, für 2016 oder 2017 anzukündigen ist daher kein Einhaltung des Versprechens.

Mit freundlichen Grüßen

Claus Ableiter
Fraktionsvorsitzender