Die Mathematik zum Flugplatz Speyer

von | Mrz 30, 2019 | Aktuelles, Bürgergemeinschaft Speyer, Flugplatz | 0 Kommentare

Sehr geehrte Damen und Herren,

der hervorragende Beschluss des Speyerer Stadtrates auf Antrag der Bürgergemeinschaft Speyer:

Der Stadtrat beauftragt die Oberbürgermeisterin zu prüfen, ob und wie der gefährliche, lärmende
und dauerhaft Verluste verursachende Flugplatz Speyer schnellstmöglich geschlossen werden kann
und welche Anschlussnutzung für das große Gelände in Frage kommt.

hat einige bemerkenswerte Reaktionen hevorgerufen.

Die absurdeste ist sicherlich eine Aussage von Landrat Clemens Körner (CDU), die wir in der Rheinpfalz vom 27. März 2019 in der Speyerer Rundschau gefunden haben: „Der Platz sei eine Investition in den ÖPNV.“ Bisher dachte jedermann, wie es auch die Wikipedia schreibt:

Als öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) wird bezeichnet der Personenverkehr als Teil des öffentlichen Verkehrs (ÖV) im Rahmen der Grundversorgung auf Straße, Schiene und Wasser im Nahbereich .

Sind Learjets des BASF-Vorstandes, Privatflugzeuge und lärmende Gyropcopter für den Landrat nun eine öffentliche Grundversorgung für den Nahbereich? Oder träumt er davon, dass dort 1000 Robotertaxis stationiert werden die man per App überall hinbestellen kann?

Es findet sich auch ein Biologe, der meint, dass eine große nicht gedüngte Wiese wertvoller ist als die Beendigung der barbarischen regelmäßigen Baumkronenköpfung in mehreren Hektar Auwald.

Wir wollen Ihnen statddessen einige harte Zahlen nachreichen:

Gemäß Rechnungshof RLP (Seite 154 des Berichtes 2019) hat der Ausbau über 14 Millionen Euro gekostet.

In den ersten fünf Jahren nach dem Ausbau sind im Betrieb nach Auskunft der Stadt Speyer exakt an Verlusten angefallen:

2013: 1.006.932,07
2014: 586.851,65
2015: 469.215,10
2016: 479.362,82
2017: 424.053,39

sind 2.966.415,03 Euro Verluste in 5 Jahren.

Man hat also 14 Millionen Euro investiert und in fünf Jahren nichts verdient, sondern 3 Millionen Euro Verlust angehäuft.

Das war keine gute Investition. Aber diese Investitionen bilden ja nur die Ausbauinvestition ab.

Zusätzlich blockiert der Verlustbringer ja noch ca. 340.000 Quadratmeter Altfläche, die zur Hälfte Speyer über deren Verkehrsbetriebe gehört, das sind ca. 170.000 Qudratmeter.

Die Erganzungsfläche, die Speyer an die Flugplatz-Betriebs-GmbH vermietet hat, umfasst 167.306 Quadratmeter. Was sind das für Werte?

Nun in der Stadtratssitzung vom 27.9.2018 Vorlage 2660/2018 hat der Rat gegen die Stimme des Unterzeichners beschlossen zum Bau einer neuen Feuerwache ein Gewerbegundstück von 6.800 Qudratmeter (Werkstraße 1 und 3) gegen ein unbebautes städtisches Grundstück von 12.000 Quadratmeter in der Siemensstraße (Gewerbegebiet Speyer Nord-West) einzutauschen. Die Bodenrichtwerte in der Werkstraße betragen 140 Euro in der Siemensstraße 110 Euro. Vgl. in Anlage Scan der Vorlage.

Daraus ergibt sich:

Werkstraße

Siemensstraße

Quadratmeter 140 Euro/qm 110 Euro/qm
Ausbaufläche 167.306,00 23.422.840,00 18.403.660,00
halber Altbestand: 170.000,00 23.800.000,00 18.700.000,00
Summe 337.306,00 47.222.840,00 37.103.660,00

Neben den 14 Millionen Ausbaukosten, stecken allein für den Anteil der Stadt Speyer blockierte Grundstückswerte in Höhe von 37 bis 47 Millionen Euro im Flugplatz.

Und jedes Jahr fehlen dem an Gewerbeflächen ausverkauften und schwer verschuldeten Speyer Gewerbesteuern.

Und die 170.000 Quadratmeter die letztlich über die ISB dem Land gehören sind ja auch noch 18 bis 23 Millionen Euro wert.

Dass auch ein Teil des Grundstückes für in Speyer gängige 400 Euro/qm der Wohnbebauung dienen könnte oder da im Eigentum von Speyer deren Tochter GEWO sozialen Wohnungsbau ermöglichen könnte, ist da noch gar nicht eingepreist.

Mit freundlichen Grüßen

Claus Ableiter

PS: Zu verkehrlichen Bedeutung des Flugplatzes noch mein alter Bericht vom Treffen der FWG Mannheim mit den Geschäftsführern des Flughafens Mannheim in Anlage.

Braucht die Metropolregion Rhein-Neckar einen regionalen Flugplatz ?

 Zur Sicherheit des Flugplatzes: Unsere grundlegende Erklärung zur Sicherheit

und Erklärung der BGS zum 4. Absturz in der Start- und Landezone des Flugplatzes Speyer